Für Gartenenthusiasten ist der Winter eine schwere Zeit: man hat das Gefühl, nicht viel im Garten tun zu können und vermisst das sehr. Allerdings gibt es neben den üblichen Tipps wie „in Saatgutkatalogen schmökern“ oder „Werkzeuge reinigen“ noch ein paar andere, ureigene gärtnerische Tätigkeiten, denen man auch im Winter nachgehen kann.
Der Herbst ist eine Zeit, in der ich ziemlich viel gärtnere. Deshalb dachte ich, ich muss euch unbedingt mal wieder etwas teilhaben lassen an meinen Gartentätigkeiten. Das Leben ist eben wieder viel „bunter“ geworden nach Corona, und deshalb schaffe ich es im Moment nicht mehr so häufig mit den Beiträgen. Aber nun mal wieder ein Update!
Heute bin ich damit fertig geworden, fast alle Dahlien auszugraben und wegzuräumen. Obwohl ich in einem milden Klima gärtnere, gibt es ab und zu im Winter ein paar Ausreißer, wo die Temperaturen schon mal unter -10 Grad fallen können. Einmal habe ich eine Dahlie im Garten gelassen – und sie hat es nicht geschafft.
Was ist aus meiner Dahlienzucht geworden ? Sie läuft noch. Das war noch nicht so vielversprechend, denn von den 5 Dahlien haben nur 2 geblüht. Die anderen haben erst ganz spät Blüten angesetzt, und die schafften es nicht mehr, sich zu öffnen. Ich versuche jetzt, die Dahlien über den Winter zu bringen und hoffe, dass sie nächstes Jahr blühen. Die zwei, die geblüht haben, waren in Ordnung, aber auch nicht anders wie die anderen „Bishop’s Children“. Langer Atem ist also gefragt!
In ein paar der Töpfe, in denen ich Dahlien, Tomaten und Auberginen hatte, sind jetzt Wintergemüse (Kohl, Salate, Mangold, Mizuna, Kerbel). Ich habe Anfang November auch ein paar Möhren in die Töpfe gesät, und sie haben tatsächlich gekeimt. Da kann ich natürlich im Winter noch keine Möhren ernten (dazu wachsen sie zu langsam), aber im nächsten Frühling ernte ich hoffentlich ziemlich früh welche.
In die anderen 12 Töpfe habe ich Tulpen gesteckt. Zum Tulpenstecken ist November der ideale Zeitpunkt – ebenso kann man noch ein paar Knoblauchzehen stecken. Das finde ich das Schöne im Herbst – man bereitet sozusagen den Garten im Frühling vor. Das ist so zukunftsgewandt und hoffnungsfroh! Ich bin ja ein absoluter Tulpenfan, deshalb bin ich schon total gespannt, wie die Töpfe aussehen. Dieses Jahr habe ich nicht nur gemischte Zwiebeln in die Töpfe, sondern auch viele Töpfe nur mit einer Sorte bestückt. Das hat den Vorteil, dass hoffentlich alle in einem Topf gleichzeitig blühen, und für die Aufbewahrung ist es auch einfacher. Ich bewahre ja viele Tulpenzwiebeln im Keller auf.
Dann mache ich gerade auch gaaanz viel Laubkompost von meinen Blättern vom Apfelbaum. Im Frühling kommt dann der Laubkompost von letztem Jahr zum Einsatz. Deshalb mein Appell an alle Gärtner: schmeißt euer Laub nicht in den Müll!! Es ist eine wertvolle Ressource – entweder als Mulch oder Kompost. Wir sind so sehr auf wegschmeißen und neu kaufen gepolt – man muss sich wirklich immer wieder daran erinnern, dass die Natur im Gegensatz dazu mit einem Kreislaufsystem arbeitet.
Noch verarbeite ich ein bisschen was – nämlich meine getrockneten Kräuter. Die habe ich kleingeschnitzelt und in hübsche Gläser – für Tees und/oder zum Würzen. Außerdem kommen jetzt meine getrockneten Blumen zum Einsatz – viel frische Blumen gibt es nämlich gerade nicht mehr. Von Trockenblumen hätte ich nächstes Jahr gerne noch mehr – ich habe es nicht geschafft, eine einzige Strohblume zu ziehen! Dafür hatte ich zwei blaue Strandflieder, die allerdings etwas spät angefangen haben, zu blühen. Aber immerhin konnte ich ein paar Stängel ernten. Nun habe ich also immer noch Blumen aus dem Garten, die unsere Wohnung schmücken. Das finde ich einfach total cool.
Von meinen Äpfeln habe ich auch schon viele verarbeitet – dieses Jahr habe ich neben meiner berühmten Apfelmarmelade auch Apfelmus und getrocknete Apfelringe gemacht. Die Apfelringe sind auch sehr lecker – durch das Trocknen konzentriert sich der apfelige Geschmack. Die Ringe sind ideal für einen kleinen Snack zwischendurch (statt Schokolade!).
Der Garten bereitet mir also immer noch sehr viel Freude – ein Leben ohne dieses aktive gärtnern kann ich mir gar nicht mehr vorstellen! Übrigens klappt es immer noch, das ich (außer im Urlaub) jeden Tag etwas aus meinem Garten esse/trinke. Das finde ich auch sehr cool. Und ich möchte alle da draußen aufrufen, es auch mal mit ein bisschen gärtnern zu probieren; und die Schätze aus dem Garten auch zu würdigen. Wenn ihr Kräuter im Garten habt, trocknet sie doch auch mal. Ihr werdet sehen, dass sie viel aromatischer schmecken, als die getrockneten Kräuter aus dem Supermarkt. Ich vermute, dass die zum Teil schon uralt sind. Klar macht das alles ein bisschen Arbeit, aber haben wir heutzutage ehrlicherweise nicht viel mehr Zeit als die Leute vor 100 Jahren? Wir verbringen nur so viele Stunden unnütz vor irgendeinem Bildschirm. Gärtnern ist kreativ, und ein Großteil findet auch noch an der frischen Luft statt.
Nun wünsche ich euch einen schönen November, und hoffe, dass ihr auch Lust bekommen habt, noch ein paar Tulpenzwiebeln und/oder Konoblauchzehen in die Erde zu stecken.
Das ist doch mal ein Titel – querbeet durch den Garten! Was haben aber Dahlien und Gurken miteinander zu tun? Nun ja, beide standen auf meinerDezember-Liste der Gartenvorhaben für dieses Jahr- Zeit für ein kleines Update!
In meinem Beitrag Gartentagebuch Dezember 2023 habe ich eine Liste mit Projekten mit euch geteilt, die ich dieses Jahr angehen wollte. Jetzt kommt eine erste Zwischenbilanz – und die fällt gemischt aus.
Dahlien aus selbst gesammelten Dahliensamen ziehen
Warum mache ich das? Weil Dahlien sich aus Samen nicht sortenrein ziehen lassen, d.h. es wird wie Kinderüberraschung, wie die Blüten der Dahlien aussehen. Ich könnte eine Dahlie, die mir gefällt, auch einfach nach mir benennen – und wenn ich mehr davon haben möchte, muss ich die Rhizome teilen oder Ableger ziehen. Nun habe ich tatsächlich 6 Dahlien aus selbst gesammelten Samen – aber sie blühen noch nicht. Zwei haben ganz normale, grüne Blätter, vier haben dunkelviolette Blätter. Das ist der einzige Unterschied, den ich bisher sehen kann. Die Dahlien haben im Moment noch ganz unromantische Bezeichnungen wie 24 A bis 24F. Ich bin gespannt, wie die Blüten aussehen werden. Ich werde diese auf alle Fälle dokumentieren, und die schönsten Dahlien dürfen nächstes Jahr wieder in den Garten. Fazit: Projekt läuft.
Bodenverbesserung durch Gründüngung
Das habe ich gar nicht geschafft, denn ich hatte in meinem Mini-Gemüsebeet überhaupt keinen Leerlauf, um Gründüngung auszubringen. Fazit: gescheitert mangels Platz.
Sommersalate – hitze- und schossfeste Sorten ausprobieren
Ja, hier bin ich noch ganz am Anfang. Warum? Vor etlichen Wochen habe ich von den 3 Sorten, die ich ausprobieren wollte („Till“, „Kagraner Sommer“ und „Pirat“) die Sorte Pirat gesät – und die Samen haben einfach nicht gekeimt. Natürlich dachte ich, das liegt an mir, und habe erst mal aufgegeben. Vor 2-3 Wochen dachte ich dann: Probiere doch mal die anderen beiden Sorten – und hey presto, die keimten ganz ordentlich. Nun habe ich die noch sehr kleinen Pflänzchen einmal an einem sonnigen und an einem schattigen Standort. Und nun heißt es abwarten. Fazit: Projekt läuft, Ausgang ungewiss. PS: Hier zeigt sich wieder einmal, wie wichtig gutes Saatgut ist. Wundert es euch auch nicht, dass der Samen, der nicht keimte, von einer großen Gartencenter-Kette stammt??
Gurken anbauen
Im Beet stehen zwei Gurken der Sorte „Swing“ , sie wachsen prächtig. Eine hat schon eine Gurke dranhängen, die ich demnächst ernten kann. Mal schauen, wie viele Gurken es werden. Außerdem habe ich in Beet und Kübeln noch vier Cucamelons, das sind so Mini-Snackgurken, die die Größe einer Walnuß haben und aussehen wie Melonen. Die wachsen auch ganz gut, und da freue ich mich auch sehr drauf. Fazit: Projekt läuft.
Blumen zum Trocknen anbauen (Strohblumen, Staticen)
Ach, wie gerne hätte ich Strohblumen aus eigener Anzucht! Das hat dieses Jahr wieder nicht funktioniert. Von den wenigen Samen, die gekeimt haben, sind die Pflänzchen alle noch im Mini-Stadium eingegangen. Dafür hat es mit 2 Staticen geklappt, die stehen im Beet, machen aber noch keine Anstalten, zu blühen. Fazit: Projekt noch nicht so erfolgreich – vielleicht blühen ja wenigstens noch die Staticen.
Heidelbeeren in Töpfen
Ja, ich habe Heidelbeer-Pflanzen in Töpfen: aber keine Heidelbeeren dieses Jahr. Nun ja, meine „alte“ Heidelbeere musste sich erst mal erholen – die habe ich endlich in saure Erde gesetzt, und sie sieht jetzt wieder richtig gut aus. Ich denke, sie war erst mal mit Pflanzenaufbau beschäftigt. Das stimmt hoffnungsfroh. Meine neue Heidelbeere wächst auch toll, hatte aber nur ganz wenige Blüten, und die Handvoll Heidelbeeren habe ich quasi den Vögeln überlassen. Fazit: Die Pflanzen entwickeln sich gut – mit den Beeren war es dieses Jahr ein Flop. Vielleicht nächstes Jahr??
Insgesamt laufen Dahlien- und Gurkenprojekt wohl am besten, bei den Sommersalaten und Blumen zum Trocknen steht das Urteil noch aus, und Gründüngung und Heidelbeeren waren ein Flop.
Genauso ist es aber beim Gärtnern: eine Sache läuft top, die andere nicht. Das Gute ist nur, dass man sich als Gärtnerin eher an den Sachen freut, die gut laufen. Bei mir sind das auch dieses Jahr wieder Tomaten, Auberginen, Chilis und Stangenbohnen. Die gehen bei mir immer – keine Ahnung, warum! Dafür tun sich die Zucchini wieder schwer – keine Ahnung, warum!
Die Apfelblütengärtnerin war im Urlaub – aber jetzt kann ich wieder vom Garten berichten. Natürlich war es gartentechnisch keine ideale Zeit für Urlaub, denn im Moment jagt ja eine Gartenaufgabe die nächste. Insbesondere musste ich viele Pflanzen in größere Töpfe setzen, aus denen ich vorher das restliche Wintergemüse oder die Tulpenzwiebeln herausholen musste.
Ich habe nun aber fast alles geschafft- und der Garten ist eine wahre Freude. Meine Rose ist gesund wie selten zuvor – ich schiebe es auf die Laubkompost-Düngegabe im Frühling und den vielen Regen. Der Salbei und die Glockenblumen sind auch die Wucht. Ich freue mich auch auf meine Phlox, denn die sind so groß wie noch nie zuvor.
Das Gemüse schaut auch ganz gut aus – insbesondere die Tomaten und Auberginen in den Töpfen. Eine Tomate trägt sogar schon, deshalb wäre viel Sonne jetzt ganz gut. Die Bohnen im Beet wachsen auch ganz gut, die Zucchini so làlà. Durch den Regen habe ich leider viel mehr Schnecken als normal – und die haben mir auch schon mühevoll aufgezogene Pflänzchen weggeschnitzelt: Gurke, Cucamelons und meine Zinnien. Eine Zinnie habe ich noch, die habe ich in einen Topf auf dem Balkon gesetzt!! Schneckenresistent erscheinen mir Cosmos und der kalifornische Mohn, den ich dieses Jahr zum ersten Mal im Programm habe: sehr empfehlenswert.
AubergineCherrytomate
Was hat bis jetzt nicht so gut geklappt? Ganz klar – meine Beeren. Ich habe zwar wieder Johannisbeeren gehabt, aber letztes Jahr ist ja die Hälfte von meinem Johannisbeer-Strauch abgestorben, und so habe ich auch weniger Beeren geerntet. Die Erdbeeren habe ich in ein extra kleines Hochbeet umgesetzt – und die müssen sich erst mal etablieren, bevor sie Beeren tragen. Noch hoffe ich aber, denn ich habe die Sorte „Osara“, und die tragen eigentlich laufend. Die Heidelbeeren sind ganz enttäuschend – da gibt’s vielleicht 4 Beerchen von 2 Sträuchern. Die Himbeeren sind ok.
StangenbohnenErdbeerpflanzen
Aber so ist das – in einem Jahr läuft es super mit einer Pflanze, und im nächsten Jahr nicht. Deshalb freue ich mich immer über die Dinge, die gut laufen. So sieht es z.B. wieder nach einer ordentlichen Apfelernte aus, nachdem es letztes Jahr absolut enttäuschend war.
Deshalb liebe ich das Gärtern – es ist immer wieder überraschend, und insgesamt gesehen immer sehr erfüllend. Ich ernte momentan auch wieder viele Kräuter zum Trocknen – für Tees, aber auch zum Würzen. Das machen meiner Meinung nach viel zu wenig Menschen. Früher mochte ich z.B. keinen Kräutertee, aber der Kräutertee mit den Kräutern aus dem eigenen Garten schmeckt einfach frisch und lecker. Gekaufter schmeckt oft irgendwie „muffig“.
Der Frühling ist vielleicht meine liebste Jahreszeit im Garten – alles wirkt frisch und grün, und es blühen viele Blumen wunderschön. Der Sommer ist in unserer Region oft zu heiß, und da stellen viele Pflanzen ihr Wachstum ein. So habe ich das bei den Dahlien und den Tomaten beobachtet. Da gibt es im Frühsommer einen ersten „Flush“, in der Sommerhitze gibt es dann kaum Blüten oder Früchte, und wenn die Temperaturen wieder normaler werden (also um die 30 Grad oder kälter), dann geht es wieder weiter.
Die Tulpen erfreuen mich dieses Jahr wieder – auch wenn es kein gutes Jahr für Frühlings-Zwiebelblüher ist, denn der Winter war zu nass. Das habe ich auch bemerkt – viele Krokusse, Tulpen und Narzissen haben mehr Blätter als Blüten produziert.
Die Zwiebeln, die es lieber feucht im Winter mögen, so wie Schneeglöckchen, Märzenbecher oder auch Camassia, blühen dieses Jahr besser.
Schnitt-Tulpenbeet
Trotz dieser Widrigkeiten kommen in meinem Tulpenschnittbeet 40 von 60 gesteckten (recycelten!, nicht neu gekauften) Tulpen, und mit dieser Quote bin ich absolut zufrieden. Im Gegensatz zu professionellen Blumenbauern ernte ich die Tulpen so, dass ich die Zwiebel hoffentlich noch einmal verwenden kann – ich lasse die untersten 2-3 Blätter stehen. Die Tulpen sind dann zwar nicht so lang, aber sie wachsen in der Vase ja weiter.
Tulpen im Blumenbeet
Die Tulpen im Beet haben dieses Jahr nicht so zahlreich geblüht. Von den Tulpen „Toronto“ haben nur ca. 13 Stück geblüht. Trotzdem war die Farbkombi der lila Tulpen (da weiß ich leider die Sorte nicht mehr) mit den blauen Traubenhyazinthen sehr hübsch.
Bei den Tulpen in den Töpfen bin ich mittel-zufrieden. Ich glaube, mir ist im Gartencenter wieder ein Schmarrrn verkauft worden…statt Papgeien-Tulpen „Rococo“ habe ich irgendwelche anderen roten Papageientulpen, aber es sind zu 99% keine Rococos. Sie sind zu hell und haben ein gelbes Zentrum, deshalb ist der Kontrast zum Goldlack nicht so spektakulär, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Tulpentöpfe mit Goldlack
Der Apfelbaum blüht dieses Jahr besser als letztes Jahr. Das lässt hoffen, dass wir dieses Jahr auch wieder eine größere Ernte einfahren als letztes Jahr. Es summen auch ganz viele Bienchen zwischen den Blüten.
Ansonsten geht alles seinen Gang – die Tomaten, Chilis und Auberginen wachsen hübsch vor sich hin, ich kann viel von meinem Wintergemüse ernten, insbesondere der Mangold gibt gerade alles. Der lila Sprossenbrokkoli ist auch lecker, aber irgendwie im kleinen Garten nicht so sehr die Mühe wert – relativ große Kohlpflanzen nehmen viel Beetfläche für ein dreiviertel Jahr in Anspruch – um vielleicht 3-4 Portionen für 2 Personen zu „liefern“. Den lasse ich dieses Jahr eher sein (auch wenn er toll schmeckt und toll aussieht – für große Gemüsegärten definitiv eine Empfehlung).
Dafür habe ich lila Spitzkohl gesät – und weiß noch gar nicht, wo ich die Pflänzchen unterbringen soll. Wer im Winter Lauch ernten möchte, sollte ihn auch demnächst säen.
Sommerblumen sollte man nun auch langsam säen – so wie Kosmos oder Zinnien. Meine Dahlienzucht ist auch in vollem Gange – wenn es was zu sehen gibt, berichte ich euch. Auch von meinen Ranunkeln und Kronenanemonen werde ich euch berichten. Stay tuned!
Vor ca. 4 oder 5 Jahren habe ich diese Orchidee geschenkt bekommen, und nachdem sie geblüht hatte, stand sie jahrelang im Wohnzimmer auf einer Kommode, wo sie wenig Licht bekam. Auch mit dem Wässern war ich doch extrem sparsam, und so siechte sie mehr schlecht als recht vor sich hin, ging aber nie ein. Vor einem Jahr habe ich dann beschlossen, ihr die richtige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, und tatsächlich: sie blüht wieder! Also hier nun meine Tipps.
Lichtverhältnisse
Die Orchidee steht bei mir nun am Küchenfenster, das geht Richtung Ost/Nordost, und sie bekommt dort keine direkte Sonneneinstrahlung, aber genug Licht.
Erde /Wurzeln/Topf
Orchideen bilden Luftwurzeln, deshalb werden viele Orchideen in durchsichtigen Töpfen verkauft. Meine Orchidee steht aber sowieso in einem Übertopf, deshalb würde das bei ihr nichts bringen. Es schauen aber genug Wurzeln aus der Erde heraus. Das Substrat sollte entsprechend locker sein, damit die Wurzeln bloss nicht in irgendeiner Staunässe stehen.
Wässern
Das ist der ultimative Tipp: Den Orchideentopf einmal pro Woche für 5-10 Minuten in Wasser tauchen. So können die Wurzeln Wasser aufnehmen, aber es bildet sich keine Staunässe. Gießen ist deshalb nicht optimal.
Schneeglöckchen sind die ersten Blumen im neuen Jahr, die einen im Garten begrüßen. Lange Zeit habe ich sie etwas stiefmütterlich behandelt, aber in den letzten Jahren habe ich sie zu lieben gelernt.
Es gibt ja unglaublich viele verschiedene Arten, die gängigsten sind wohl:
gewöhnliches Schneeglöckchen (galanthus nivalis)
Woronow-Schneeglöckchen (galanthus woronowii). Hat breitere und hellere Blätter als das gewöhnliche Schneeglöckchen
großblütiges Schneeglöckchen (galanthus elwesii)
Dann gibt es bei den verschiedenen Arten noch unterschiedliche Sorten, wie z.B. gefüllte Sorten. Ich habe mir gerade eine gefüllte Sorte gekauft, „Galanthus nivalis hippolyta“. Und da kommen wir auch schon zum Thema, wie man Schneeglöckchen am besten pflanzt.
Man kann die Zwiebeln wie bei allen anderen Frühlings-Zwiebelblühern im Herbst in die Erde versenken, oder, was Experten für aussichtsreicher halten, eine Pflanze „in the green“, also wenn sie gerade Blätter hat, in den Garten setzen. Die Blühaussichten im Folgejahr wären dann besser. Meine ersten Schneeglöckchen habe ich als Zwiebeln im Herbst in den Boden, das hat eigentlich ganz gut geklappt. Mein gefülltes Schneeeglöckchen setze ich ich jetzt „in the green“. Mal schauen, ob das wirklich besser funktioniert.
Wohin mit Schneeglöckchen? Am besten unter Laubbäume, denn da ist im zeitigen Frühjahr noch genug Licht, und im Sommer wird es nicht zu heiß für die Zwiebeln. Die Blätter bitte nicht abmähen sondern stehen lassen, denn auch hier gilt, dass die Zwiebeln sich die Nährstoffe fürs Folgejahr aus den Blättern ziehen.
Am schönsten sind Schneeglöckchen in Gruppen. Zur Vermehrung kann man größere Gruppen auch teilen und neu setzen.
Schneeglöckchen kreuzen sich gerne untereinander, d.h. wenn ich jetzt meine gefüllte Sorte zu den anderen Schneeglöckchen setze, habe ich vielleicht in den nächsten Jahren neue Sorten. Das finde ich auch immer sehr spannend.
Und dann gilt: an schönen Tagen, wenn die Schneeglöckchen blühen, immer schön hinknien und die Blüten bewundern. Vielleicht presse ich ja auch welche…
Ich habe ein herrlich altmodisches Hobby entdeckt: Blumen pressen. Es ist voll schön, auf diese Weise Blüten aus dem eigenen Garten zu konservieren.
Man benötigt dafür eine Blumenpresse (im Zweifelsfall genügen auch dicke Bücher und Löschpapier). Mir gefällt jedoch die Blumenpresse, denn man kann ganz viele Blumen gleichzeitig pressen.
Nach ca. 2 Wochen sind die Blümchen gepresst und sehen einfach wie kleine Kunstwerke aus. Ich würde sagen, es eignen sich besonders gut Blüten mit einer Zeichnung.
Man kann Bilder mit den Blumen machen, oder Glückwunsch-Karten.
Da ich die Presse zu Weihnachten bekommen habe, konnte ich noch nicht so viel pressen, aber von den Hornveilchen bin ich ziemlich begeistert.
Tatsächlich komme ich im Dezember nicht so oft in den Garten, wie ich es gerne hätte. Es wird einfach zu früh dunkel. Außerdem gab es mal ein paar Tage und Nächte Frost. Es gibt jetzt auch draußen nicht mehr so viel zu tun; die Dahlien habe ich Ende November in den Keller, Knoblauch und Tulpenzwiebeln habe ich auch gesteckt. Die kleinen Cool Flowers und Fingerhüte könnte ich noch umsetzen, aber so lange es nicht um die 10 Grad hat, wage ich es nicht, sie in kalte, fremde Erde zu packen. Also bin ich hauptsächlich mit Aufräumen und Planen fürs nächste Gartenjahr beschäftigt. Ich habe mir eine Liste angelegt, auf die ich alles packe, was mich für nächstes Jahr interessiert – nur um irgendwann festzustellen, dass mein Platz nicht ausreicht….
Irgendwie ist es aber auch ganz erholsam, mal eine kleine Gartenpause einzulegen. Man hat mehr Zeit für andere Dinge, und Ende Januar bin ich sowieso wieder voll bereit, mit meinen ersten Aussaaten durchzustarten.
Dafür habe ich mal wieder einen Kranz gewunden mit „Zutaten“ aus dem eigenen Garten. Das macht mir wirklich auch immer wieder Spaß. Sehr hilfreich fand ich ein Youtube-Video von der Royal Horticultural Society (auf Englisch), Link hier.
Trotzdem kann ich ernten: im Dezember sind meine Meyer-Zitronen reif, von denen ich leckere Zitronenmarmelade mache. An frostfreien Tagen kann ich Mangold, Feldsalat, Rucola, Petersilie und Koriander ernten. Außerdem wachsen Spinat, Wintersalat „Marie“ und mein violetter Sprossenbrokkoli gaaanz langsam weiter, um im zeitigen Frühjahr beerntet zu werden. Dieses Jahr konnte ich ca. 25 kg aus meinem Garten ernten, das finde ich schon ganz respektabel für den kleinen Garten. Nächstes Jahr peile ich die 30 kg-Marke an. Ach ja, ich bin schon wieder am Planen und Träumen….. das ist der Dezember! Ich habe mir eine Liste angelegt, auf die ich alles packe, was mich für nächstes Jahr interessiert – nur um irgendwann festzustellen, dass mein Platz nicht ausreicht….
Dahlien aus selbst gesammelten Samen ziehen (gibt ganz neue Sorten…)
Bodenverbesserung durch Gründüngung
Sommersalate (hitze- und schossfeste Sorten ausprobieren)
Gurken anbauen
Blumen zum Trocknen anbauen (Strohblumen, Staticen)
Heidelbeeren in Töpfen (zu meiner einen soll noch eine zweite dazu kommen)
Das sind nur die wichtigsten Ideen, bis Februar/März kommen bestimmt noch ein paar mehr dazu.
Noch stecke ich in den Vorbereitungen für das nächste Gartenjahr. So sammle ich zum Beispiel fleißig Laub für meinen Laubkompost. Aber darüber hinaus gibt und gab es viel zu tun.
Tulpen-Schnittblumenbeet anlegen
Letzte Woche habe ich die Zinnien, Cosmos und Dahlien aus meinem Schnittblumenbeet entfernt, damit ich mein Schnitt-Tulpenbeet enlegen kann.
Letztes Jahr habe ich ganz viele Tulpenzwiebeln aufgehoben, und sie sehen größtenteils wirklich gut aus (fest, groß). Deshalb habe ich diese benutzt, um mein Tulpenbeet anzulegen. Das Beet ist eigentlich nur 1 qm groß, und in einer Ecke wuchert auch noch ein Oregano. Trotzdem habe ich 65 Tulpenzwiebeln in 5 Reihen versenkt! Wenn von den 65 Tulpen nur 40 blühen, ist es immer noch toll. Dann habe ich noch eine Ladung Feldsalat als Gründüngung ausgesät. Wenn er groß genug wird – super, dann können wir ihn essen. Wenn nicht, hat er als Gründüngung seinen Zweck erfüllt.
Eine Reihe Tulpenzwiebeln
Dahlien ausgraben und lagern
Die Dahlienrhizome lagere ich in Zeitungspapier. Dazu schneide ich die Stängel bis auf ca. 10 cm ab und schüttele die Erde ab. Die Rhizome lasse ich dann uneingewickelt 2-3 Tage draußen frostfrei trocknen (außerdem können dann Tierchen, die sich darin versteckt haben auch noch entkommen). Dann packe ich jedes Rhizom -gut beschriftet!! – ab in den Keller.
Frisch ausgegrabene Dahlien
Samen sammeln
Dieses Jahr habe ich auch Samen von meinen Dahlien gesammelt. Dahlien kreuzen sich untereinander, d.h. ich bekomme keine sortenreinen Tochterpflanzen, sondern lauter Überraschungen. Das wird spannend! Denn dann habe ich Dahlien, die es sonst nirgends gibt. Wenn mir eine besonders gut gefällt, kann ich sie nach mir benennen…. ;). Auf dem Bild unten im Schälchen sind außer den Dahliensamen (das sind die länglichen braunen) noch Samen von meiner Skabiose „Black Knight“. Außerdem habe ich Samen von meinem Schnittknoblauch gesammelt.
Letztes Wintergemüse pflanzen
Außerdem habe ich noch mehr Wintergemüsetöpfe angelegt. Laut Wettervorhersage bekommen wir erst zum Jahresende richtigen Frost, aber auch das ändert sich dauernd. Vom Mangold habe ich schon ein paar Mal geerntet. Der Rest (Salat, Spinat, Mizuna) ist noch klein.
Pflanzen hereinholen
Etliche Pflanzen vertragen ja die kühleren Temperaturen nicht so gut, deshalb hole ich peu à peu empfindliche Pflanzen ins Haus. So auch einen Basilikum, der nun auf der Fensterbank weiterwachsen darf. Aber auch meine sibirischen Hauschili habe ich ins Haus. Bei meinem Ingwer schwanke ich noch, er steht gerade geschützt auf der Terasse. Ich mage ja eigentlich gar nicht so viele Pflanzen im Winter im Haus, aber ihr wisst ja wie das ist. Klappt leider nicht so gut…
Letzte Sträuße
Ein paar Blümchen geben noch mal alles, so wie der Ziertabak auf (sic!) unserer Terasse. Noch kann ich davon ein paar Blüten für Sträuße schneiden. Das liebe ich ja so sehr. Ziertabak ist, wenn er mal den richtigen Platz gefunden hat, einfach eine tolle Schnittblume, meiner Meinung nach viel zu unterschätzt. Zumal er sich auch relativ lange in der Vase hält. viel länger als Dahlien oder Kosmos.
Der Salbei im Blumenbeet gibt noch alles, die knalligen pinken Blüten peppen das herbstliche Beet ziemlich gut auf. Als Schnittblume nicht so geeignet, aber wir freuen uns ja auch über Farbe im Beet. Tja, ganz schön viel zu tun im November! Und ich habe noch nicht alle meine Tulpenzwiebeln von letztem Jahr versenkt…es geht also noch weiter!