Cool Flowers

Cool Flowers

Cool Flowers sind einjährige Blumen, die ihre Samen im Spätsommer /Frühherbst ausbilden, und oftmals schon im selben (Früh-) Herbst keimen und kleine Pflänzchen bilden. Diese Pflänzchen überleben dann den Winter unbeschadet, um im nächsten Frühjahr oder Sommer ein bisschen früher loszulegen. Außerdem sind die Blumen dann ziemlich gut abgehärtet, denn sie haben die kalte Jahreszeit draußen überlebt und hatten Zeit, ein ordentliches Wurzelwerk zu bilden (wie wichtig gutes Wurzelwerk ist, war mir am Anfang meiner Gärtnerkarriere auch nicht klar).

Zu den Cool Flowers kann man folgende Blumen zählen:

  • Kornblumen
  • Skabiosen
  • Jungfer im Grünen
  • Löwenmäulchen
  • Ringelblumen
  • Mohnblumen
  • Wilde Möhre

So säe ich die Blumen diesen Herbst: Im September die Samen in Töpfchen säen (ich habe sie direkt in einen großen Blumenkübel um einen Grünkohl herum gesät, so muss ich sie nicht mehr umsetzen, nur eventuell ausdünnen), gut gießen und dann einfach abwarten, bis sie keimen. Wer in Töpfchen gesät hat, sollte warten, bis die Pflänzchen etwas größer sind und die Töpfchen gut durchwurzelt haben, bevor man sie umsetzt.

Angeblich kann man die Keimung beschleunigen, wenn man die Samen eine Woche vor der Aussaat in den Kühlschrank legt. Das habe ich allerdings nicht probiert. Ich habe gesät: Kornblume, Ringelblume, Mohn, Jungfer im Grünen und Skabiose.

Sommerlicher Phlox

Sommerlicher Phlox

„Das Leben ohne Phlox ist ein Irrtum.“ Dieses Zitat wird dem großen Staudenzüchter Karl Foerster zugeschrieben. Noch kann ich es nicht ganz nachvollziehen, denn ich habe noch nicht so lange Phlox in meinem Garten, und sie sind auch noch keine großen, ausladenden Pflanzen (werden es hoffentlich noch!). Der deutsche Name für Phlox ist übrigens Flammenblume.

Meinen ersten Phlox habe ich tatsächlich vor einigen Jahren als Topfpflanze geschenkt bekommen. Ich habe ihn dann im Herbst einfach an eine freie Stelle im Blumenbeet gepflanzt, die aber vom Standort her völlig ungeeignet war. In der Folge hat sich die Pflanze ziemlich verkleinert, und blühte nur einmal. Dann habe ich noch einen Phlox aus Samen gezogen; aber auch er stand am falschen Ort. Vor zwei Jahren habe ich sie dann umgesetzt, und beide Pflanzen haben sich viel besser entwickelt; wurden größer und blühten jedes Jahr. Letztes Jahr habe ich dann im Baumarkt im November in der „Sale“-Ecke eine Pflanze für 50 Cent erstanden und daneben gesetzt. Jetzt blühen immerhin ein paar Stängel, und es gefällt mir ziemlich gut!

Phlox ist eine Staude, d.h. sie muss nicht jedes Jahr neu gesät werden, sondern überwintert im Beet. Im Herbst sterben die Blätter ab, aber im Frühjahr treibt die Pflanze wieder neu aus. Ich lasse ganz gerne einen (braunen) Stängel stehen, damit ich weiß, wo der Phlox wieder austreiben wird. Phlox mag gerne sonnig stehen, er kann etwas Trockenheit vertragen, aber nicht zu viel! Vor allem im Frühjahr mag er es nicht gerne trocken. Er gedeiht gut in nährstoffreichem Boden und kann zu großen Pflanzen heranwachsen, wenn er entsprechend Platz hat (ca. 100 cm hoch, 50-70 cm Durchmesser). Meine Phlox sind (noch) eher Miniausgaben, aber sie sind schon jetzt ein kleiner Hingucker im Beet.

Schön ist es, mehrere Phlox zu pflanzen, dann kommt er noch besser zur Geltung. Wenn eine Blütendolde verblüht ist, diese direkt oberhalb des letzten Blattpaares abschneiden: damit regt man eine zweite Blüte an.

Was mir auch sehr gut am Phlox gefällt: Schnecken mögen ihn nicht so gerne!

Kornblumen – grazil & mehr als blau

Kornblumen – grazil & mehr als blau

Inspiriert durch die englische Gartenbewegung, haben wir seit letztem Jahr das Stück Rasen unter dem Apfelbaum nicht mehr gemäht. Stattdessen lassen wir eine Wiese wachsen, die wir erst im Spätsommer mähen. Um ein bisschen Farbe hineinzubringen, habe ich immer mal wieder Samenmischungen oder Samenbomben dort ausgesät. Viele Blumen haben nicht gekeimt, aber: die Kornblume in allen Variationen hat es getan.

Das ist eigentlich nicht verwunderlich: die Kornblume liebt viel Sonne und nährstoffarmen Boden, und genau das bekommt sie bei unserer Wiese. Ich bin total begeistert, dass es allen Kornblumen so gut in unserer Wiese gefällt, und vor allem bin ich begeistert, in wie vielen Farbschattierungen es Kornblumen gibt.

Dunkelblau, hellblau, weiß, violett und rosa – es gibt auch purpurfarbene Sorten! Die Kornblume ist einjährig, ich hoffe aber, dass sie sich selbst in unserer Wiese aussät.

Die Kornblume ist also die ideale Blume für naturnahe Gärten.

Man kann Kornblumen auch in Töpfen ziehen, das habe ich dieses Jahr auch gemacht. Das klappt auch super, nur sollte der Topf nicht zu klein sein, denn sie werden ziemlich hoch! Ich habe im Frühjahr extra eine Sorte gesät, die als Topfkornblume bezeichnet wurde, aber sie wächst genauso hoch wie die Kornblumen in der Wiese. Dafür verzeihen sie, wenn man sie mal vergisst zu gießen.

Damit sie über einen längeren Zeitraum blüht, sollte man die verblühten Blüten abschneiden, dann produziert sie wieder neue Blüten.

Die Blüten soll man auch gut trocknen können – die ersten hängen schon auf dem Speicher. Ich bin gespannt!

Wildblumenstrauß der Woche

Wildblumenstrauß der Woche

Nach dem wilden Durcheinander von letztem Mal gibt es heute wieder einen ruhigeren Strauß. Heute verwende ich blau und grau, das gibt dem Strauß eine elegante Note. Aufgelockert wird das Ganze mit weißer wilder Möhre.

Da die Blumen alle etwas höhere Stängel haben, musste ich auch eine entsprechende Vase verwenden. Natürlich kann man die Stängel noch mehr kürzen, aber dann wirkt der Strauß nicht mehr so gut. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass der blaue Natternkopf schon fast am Verblühen ist. Ich wollte ihn trotzdem mit in den Strauß packen, denn genau so ist das Trio auch auf der Wiese gewachsen.

Ein schöner Nebeneffekt meiner Wildblumensträuße ist übrigens, dass ich die Namen der ganzen Wildblumen lerne. Ich kannte vorher auch nicht alle namentlich! Für das „Nachschlagen“ verwende ich übrigens eine App, das ist superpraktisch. Einfach ein Foto der gesuchten Pflanze hochladen, und dann bekommt man entsprechende Vorschläge. Das macht richtig Spaß!

Himmlisches Blau

Himmlisches Blau

Die letzten zwei Jahre haben in meinem Garten – besonders bei den einjährigen Blumen – viele Sorten im Farbspektrum orange – apricot – magenta – burgunderrot – dunkelviolett Einzug gehalten. Inspiriert wurde ich von den englischen Gartenprofis, allen voran Arthur Parkinson und Sarah Raven (s. Beitrag zum Schnittblumenbeet). Ich habe immer noch eine ganze Menge von diesen Blumen, denn die Samen müssen ja auch aufgebraucht werden. Außerdem finde ich diese kräftigen Farben auch nach wie vor sehr belebend. Aber es wuchs doch die Sehnsucht nach mehr blauen Blumen. Blaue Blumen fand ich schon immer sehr schön – sie wirken angenehm kühl (und bei unseren Temperaturen hat das doch was) und beruhigend. Außerdem strahlen sie irgendwie.

Deshalb habe ich dieses Jahr angefangen, wieder ein paar mehr blaue Blumen in meinen Garten zu integrieren – und ich finde es herrlich. Insbesondere vor einem weißen oder hellen Hintergrund wirken sie sensationell frisch wie eine Meeresbrise.

In meinem Blumenbeet wachsen sowieso schon Unmengen an Glockenblumen, blauer Steppensalbei, Frühlingsstern, patagonisches Eisenkraut, Lavendel und eine hellviolette Skabiose. Für die Töpfe habe ich dann noch Topfkornblumen ‚Florence Blue‘, eine Zwerglupine ‚Ocean Blue‘ und Leinkraut ‚Azure‘ ausgesät.

Außerdem habe ich noch zwei Lavendel in Töpfen. Im Kasten vor dem Küchenfenster sind niedrige Glockenblumen und Ehrenpreis, die ich letztes Jahr schon hatte und über den Winter gebracht habe.

Im Garten selbst ausgesät haben sich wie immer die Jungfer im Grünen und der Lein. Jeden Tag freue ich mich an meinen frischen blauen Blumen. Nächstes Jahr gibt es noch ein paar blaue Blümchen mehr, da bin ich mir sicher. Also: macht die Welt ein bisschen blauer!

Gemüse und Blumen zum Nulltarif

Gemüse und Blumen zum Nulltarif

Wenn du einen Garten hast (oder auch einen Balkon), kannst du von vielen Gemüsen und Blumen jedes Jahr neue Exemplare haben, ohne in Samen oder Jungpflanzen investieren zu müssen. Wie das?

Von vielen Gemüsen lässt sich ziemlich einfach (und ungefährlich) Saatgut sammeln – und manche säen sich sogar selbst aus!

Von welchen Gemüsen /Kräutern sammle ich regelmäßig Saatgut?

  • Tomaten
  • Paprika
  • Chili
  • Erbsen
  • Stangenbohnen
  • Basilikum
Eine meiner „Komposttomaten“

Bei Tomaten kann es sogar passieren, dass wenn du Tomaten irgendwo auf dem Beet liegengelassen hast, die Samen im Jahr drauf keimen. Bei mir ist das mit Tomaten im Kompost passiert! Ich habe meinen Kompost als Mulch auf Töpfen verteilt, und schwupps- hatte ich etliche kleine Tomatenpflanzen. Unglaublich!

Wenn dir das zu unsicher ist, schneidest du einfach eine reife Tomate auf, holst die Samen heraus, und wäschst die gallertartige Masse drumherum ab. Sie verhindert nämlich das Keimen. Dann lässt du die Samen trocknen und voilà hast du Saatgut für das nächste Jahr.

Bei Paprika und Chilis geht es noch einfacher – einfach reife Früchte öffnen, die Samen entnehmen und trocknen.

Bei Erbsen und Bohnen die Früchte am Strauch quasi vertrocknen lassen, dann ernten. Die Erbsen und Bohnen, die du dann aus den Hülsen nimmst, sind quasi schon getrocknet und fertiges Saatgut.

Auch mit Basilikum geht es ziemlich einfach: einen Stängel blühen lassen, dann warten, bis sich die Samen gebildet haben und diese aus den Hüllen puhlen. Das mache ich gerne bei Thaibasilikum, weil das Saatgut hierfür echt teuer ist.

Bei vielen Blumen ist es noch einfacher! Die säen sich nämlich von ganz allein im Garten aus, und wenn sie nicht dort wachsen, wo du sie haben willst, gräbst du die kleinen Pflänzchen einfach aus und setzt sie dahin, wo du sie haben willst. Wenn ich mir nicht sicher bin, packe ich sie manchmal auch erst in Töpfchen. Natürlich musst du wissen, wie die kleinen Pflänzchen aussehen, damit du sie nicht aus Versehen als Unkraut herausrupfst!

Blumen, die sich von ganz alleine vermehren, sind z.B.

  • Fingerhut
  • Kapuzinerkresse
  • Vergissmeinnicht
  • Ziertabak
  • Jungfer im Grünen

Im folgenden ein paar Bilder von kleinen Pflänzchen, die von den o.g. Blumen bei mir an den unmöglichsten Stellen auftauchen: Im Gemüsebeet, im Rasen, in Terassenfugen… So seht ihr, was zu hübschen Blümchen wächst und nicht unbedingt entsorgt werden muss.

Da werde ich definitiv ein paar umsetzen; die Fingerhüte im Gemüsebeet sind definitiv dort am falschen Platz.

Vielleicht habt ihr noch andere Blumen, Kräuter oder Gemüse, die ihr gratis immer wieder habt! Schreibt am besten in den Kommentaren, was sich noch selbst vermehrt oder wovon man superleicht Saatgut sammeln kann.

Wildblumenstrauß der Woche

Wildblumenstrauß der Woche

Eigentlich hatte ich gar nicht auf dem Schirm, diese Woche einen Strauß zu pflücken – aber der Zufall führte mich an einer zauberhaften Wiese vorbei, wo ich von den fliederfarbenen Glockenblumen und Ackerwicken in den Bann gezogen wurde. Dann noch ein paar weiße Schafgarben und Lichtnelken dazu, und als Halt und Fülle ein paar Zweige Wiesenlabkraut. Einige Zweige Gräser für die Luftigkeit – fertig war der Strauß, der mich aufgrund der Fliederfarben, die ins Blau gehen, irgendwie an einen Sommertag am Meer erinnert.

Wildblumenstrauß der Woche

Wildblumenstrauß der Woche

Heute gibt es einen luftig-grazilen Strauß in lila-weiß mit Gräsern wie Gerste und einblütiges Perlgras, Wiesenkerbel, Rotklee und breitblättriger Lichtnelke. Zumindest bei uns in der Pfalz sind das gängige Wildpflanzen, die leicht zu finden sind.

Denkt wieder an meine Tipps zur Haltbarmachung, dann werdet ihr wieder 5-6 Tage eure Freude an dem Strauß haben.

Drei Gründe, warum jeder zweijährige Blumen im Garten haben sollte

Drei Gründe, warum jeder zweijährige Blumen im Garten haben sollte

Zweijährige Blumen gelten als kompliziert und nur für „aktive“ Gärtner geeignet. Denn man sät sie im Frühsommer aus, setzt sie im Spätsommer ins Beet und erst im folgenden Spätfrühling blühen sie. Heute nenne ich euch aber schlagende Gründe, warum sie trotzdem in keinem Garten fehlen sollten. Zuerst aber zu meinen Lieblingssorten:

Grund 1: sie füllen die Blühlücken zwischen Frühlingszwiebelblühern wie Tulpen, Narzissen und Sommerblumen wie Rosen. Gerade im Frühling ist es ein bisschen trostlos, nach dem Blütenrausch der Tulpen nur vereinzelt Blüten im Beet zu haben.

Grund 2: Obwohl die Blumen eigentlich nach ihrem zweiten Jahr absterben, überleben bei mir viele von ihnen. Entweder sie überstehen die Winter trotzdem und/oder sie säen sich einfach selbst wieder aus. Meine Bartnelken kommen jedes Jahr wieder, ohne dass ich etwas tun muss. Deshalb:

Grund 3: Sie sind gar nicht kompliziert! Haben sich die Blumen mal im Garten etabliert und finden ein paar freie Flächen im Beet, wohin sie sich aussäen können, muss man sich gar nicht mehr um sie kümmern. Das machen in meinem Garten neben den Bartnelken auch gerne der Fingerhut.