Mizuna – der scharfe Asiate

Mizuna – der scharfe Asiate

Wenn sich so langsam der Herbst heranschleicht, wird es immer leerer im Gemüsebeet – und auch mit den Nachsaaten wird es schwierig. Doch es gibt zum Glück den Mizuna, ein Blattgemüse aus Asien, das sich noch im Herbst säen lässt. Das ist sogar besser als im Frühjahr/Sommer, denn bei langen Tagen schießt Mizuna gerne. Wenn es nicht gerade schlimme Frostnächte gibt, hält Mizuna auch kalten Temperaturen stand. Allerdings muss man bedenken, dass ich in einem Weinbauklima gärtnere!

Mizuna wächst auch schnell; d.h. man hat innerhalb von 14 Tagen die ersten kleinen Blättchen. Man kann sie in den Salat werfen, ich mag sie auch gerne auf belegten Broten. Man könnte sie auch in asiatischen Gemüsepfannen mitbraten, dann verlieren sie aber wie Spinat viel Volumen – und auch von ihrem scharfen, würzigen Geschmack. Der deutsche Name „asiatischer Senfkohl“ verrät schon, dass Mizuna schön scharf ist.

Ich baue gerne zwei Sorten an – grünen und violetten Mizuna. Dieses leckere Asiagrün gibt es jeden Herbst/Winter, weil es einfach so zuverlässig keimt und wächst.

Mizuna gehört wie Rucola und Kohl zu den Kreuzblütlern – also im Beet aufpassen, wenn ihr die Fruchtfolge beachtet. Mizuna lässt sich aber auch prima in Kübeln kultivieren, ideal für Balkongärtner. Ich baue Mizuna auch am liebsten in Kübeln an (s. meinen Beitrag Mehrzwecktöpfe)

Wenn ihr also eure Salatsaison verlängern und mit etwas Außergewöhnlichem aufpeppen wollt, dann probiert es doch mal mit dem Mizuna-Anbau.

Tagebuch meines Salat-Anbaus

Tagebuch meines Salat-Anbaus

Wir essen sehr gerne Salat, aber bisher hatte ich nicht genug Platz dafür. Mit einer Salatpflanze kommt man halt nicht weit. In meinem neuen Beet habe ich endlich Platz und deshalb habe ich es mit dem Salatanbau gewagt.

Anfang März:

Drei verschiedene Salatsorten (Kopfsalat Maikönig, Romanasalat Forellenschuss, Pflücksalat Amerikanischer Brauner) werden in eine Saatschale in jeweils einer Reihe ausgesät.

Mitte März:

Die Samen keimen, unterschiedlich schnell und in unterschiedlicher Menge. Am besten kommt der Romanasalat, am schlechtesten der Kopfsalat.

Anfang April:

Die ersten stärksten Pflänzchen werden in 15 einzelne Module einer Multitopfplatte umgesetzt. Dort sollen sie erst mal größer werden, um im Beet bessere Überlebenschancen (Schnecken etc.) zu haben. Auch hier schaffen es nicht alle Pflänzchen, aber der Großteil wächst und gedeiht.

Mitte / Ende April:

Mitte April setze ich die ersten vier Pflänzchen ins Beet, Ende April die nächsten vier. Sie wachsen echt gut – der viele Regen ist wirklich ein Segen, und die Schnecken sind dieses Jahr auch nicht so zahlreich unterwegs. Zwischendurch ernte ich immer mal ein paar Blättchen.

Mitte Mai:

Die nächsten vier Pflänzchen kommen ins Beet. Da ich meinen Salat nicht als Kopf ernte, sondern immer nur die äußeren Blätter, hoffe ich, noch lange von ihnen ernten zu können. Mitte Mai ernte ich die ersten 50 gr, das reicht für einen kleinen Beilagensalat. Da geht doch noch mehr, oder? Ich setze auch noch mal 4 weitere Pflänzchen ins Beet. Noch immer habe ich kleine Pflänzchen als Ersatz/Nachschub in meinen Modulen. Der Salat im neuen No-Dig-Beet wächst super.

Ende Mai/Anfang Juni:

Ende Mai habe ich nochmal 50 gr geerntet. Der Salat wächst ziemlich schnell. Dann zum ersten Mal 100 gr geerntet. Langsam habe ich das Gefühl es hat sich gelohnt, den Salat anzubauen. Anfang Juni gab es nochmal 100 gr.

Ende Juni:

Wir konnten noch drei große Salatschüsseln grünen Salat aus dem eigenen Garten essen. Vielleicht geht noch einmal bis zweimal…

Fazit: man muss schon etliche Salatpflanzen setzen, um selbst für zwei Personen nennenswerte Mengen ernten zu können. Platz, viel Wasser und Schutz vor Schnecken sind essentiell. Wenn das passt, ist es herrlich, eigenen Salat zu ernten.

Gemüsebeet im Mai

Gemüsebeet im Mai

Ende Dezember habe ich ja mein neues „No Dig“-Gemüsebeet angelegt, und es ist eine absolute Bereicherung! Inzwischen habe ich es auch mit einem niedrigen Zäunchen eingefriedet. Viele meiner Februar-Aussaaten wachsen und gedeihen prächtig darin: Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Fenchel. Aber auch die später ausgesäten Salate (Romanasalat „Forellenschuss“ und Pflücksalat „Amerikanischer Brauner“) sowie eine Reihe Radieschen gedeihen hervorragend.

In den „alten“ Beeten wachsen von meinen Februar-Aussaaten die Zuckererbsen („Ambrosia“ und „Shiraz“), der Spinat („Butterflay“)und auch Radieschen. Von Spinat und Radieschen konnte ich schon ernten.

In den anderen zwei Beeten wachsen meine im Herbst gesetzten Knoblauchzehen (hmm, da freue ich mich schon drauf). Frischer Knoblauch aus dem Beet schmeckt einfach himmlisch.

In vierten Beet, direkt an den Tujen, wachsen mediterrane Kräuter, da sie mit der Trockenheit gut zurechtkommen: ein Rosmarinableger und ein Salbei, sowie Schnittknoblauch en masse. Eine kleine Walderdbeere hat sich auch dorthin verirrt.

Was noch kommen wird: ausgesät habe ich noch Lauch, Kohlrabi, Grünkohl, Blumenkohl Romanesco, Buschbohnen sowie Dill und Petersilie. Meine ganzen Südländer, also Tomaten, Paprika, Zucchini und Aubergine, setze ich ungern in die Beet, da sie dort bisher nicht so gut gewachsen sind. Vielleicht setze ich 2-3 Tomaten in die Beete, der Rest wird in Töpfen gezogen.

Alles wird überzogen von einem Hauch von Apfelblütenblättern

Im Moment habe ich die Befürchtung, dass mein Platz für die ganzen Pflanzen nicht ausreichen wird….ein Beet soll ja auch ein Schnittblumenbeet werden. Und nicht, dass ich da noch keine Blumen gesät hätte….