Gartentagebuch 2023: Ende Januar/Anfang Februar

Gartentagebuch 2023: Ende Januar/Anfang Februar

Letztes Wochenende hat es tatsächlich auch bei uns geschneit – aber nach einer Woche sind nur noch hartnäckige Reste Schnee da. Auf meiner Liste stehen dieses Wochenende die ersten Aussaaten im Haus! Es sind Auberginen und Chilis, denn sie brauchen sehr lange, um zu wachsen.

Wichtig ist, dass die Samen es schön warm zum keimen haben, deshalb stelle ich meine Töpfchen an die Heizung.

Wenn die Pflänzchen dann gekeimt haben, brauchen sie neben der Wärme auch Licht. Letztes Jahr habe ich mir eine kleine Pflanzenlampe gekauft, die meinem Pflänzchen von morgens 7 bis abends um 10 Licht gibt (das Ganze regelt die Zeitschaltuhr). Bei uns ist es im Januar im Haus einfach zu dunkel.

Wer keine Pflanzenlampe hat, wartet besser noch 1 bis 2 Wochen….und ich weiß, das ist schwer!!

Bei den Auberginen säe ich die bewährte Sorte „Violetta Lunga“, die auch im Topf hervorragend trägt. Vielleicht probiere ich auch noch „Patio Baby“, extra für den Anbau im Kübel gedacht.

Bei den Chilis probiere ich eine neue Sorte: „Roter langer Westländer“. Die letzten Jahre hatten wir immer die Sibirischen Hauschili (von denen gerade auch zwei an einem Nordfenster über der Heizung gemütlich überwintern), aber da sind die Schoten sehr klein. Dieses Jahr möchte ich gerne mal wieder längere Schoten – das gibt dann optisch mehr her auf dem Teller.

Sibirischer Hauschili auf der Fensterbank

Die Samen säe ich in Saatschalen mit kleinen Vertiefungen als Töpfchen. Als Erde nehme ich meistens normale Blumenerde, am besten eine, die sehr fein ist (d.h. kein/wenig grobes Material hat). Das ist bei troffreier Erde manhcmal schwierig, dann könnte man die Erde vorher auch sieben.

Pro Töpfchen säe ich einen Samen; manche Leute empfehlen auch zwei pro Töpfchen; keimen beide Samen, muss man den schwächeren Keimling irgendwann herausreißen, denn für zwei ist nicht genug Platz.

Dann stelle ich die Saatschale in ein „Minigewächshaus“, und gieße Wasser in den Boden. Das ist besser, als von oben zu gießen. Dann kommt die Haube drauf, das Gewächshaus stelle ich auf meinen Servierwagen und der kommt dann ab an die Heizung.

Dann installiere ich noch meine Pflanzenlampe mit Zeitschaltuhr. Da ich spontan noch ein paar Löwenmäulchen gesät habe, kommt die Lampe auch gleich zum Einsatz, denn Löwenmäulchen sind ja Lichtkeimer (d.h. sie benötigen Licht zum Keimen und die Samen werden nur hauchdünn mit Erde bedeckt).

Außerdem habe ich noch einen etwas traurigen Korb aufgepeppt: Den Fingerhut, der sich selbst neben der Skabiose ausgesät hat, habe ich mittig gesetzt, die erfrorenen Pflanzenreste ‚rausgenommen und wieder im Garten gestöbert, wo eigentlich schöne Frühlingsblüher am falschen Platz sitzen. Also habe ich zwei Vergissmeinnicht, zwei Traubenhyazinthen und ein paar Blausternchen (die sieht man noch nicht) ausgegraben und ebenfalls in den Korb gesetzt. Dann alles mit ein bisschen frischer Blumenerde getoppt, angegossen – und nun heißt es warten.

Fröhliches Gärtnern euch allen!

Gartentagebuch 2023: Mitte Januar

Gartentagebuch 2023: Mitte Januar

Im Januar kann man erstaunlich viel im Garten werkeln, wenn er schnee- und/oder frostfrei ist – und das ist er bisher auf jeden Fall! Alle „Draußen“-Tätigkeiten sind also nur möglich, wenn es keinen Frost gibt. Aber man kann ja auch im Haus „gärtnern“. Was habe ich bis jetzt diesen Monat gemacht?

Hier nun meine Liste der Januar-Gartentätigkeiten:

  • Töpfe für die Frühlingsblüte bepflanzen. Bei mir im Garten säen sich z.B. Vergissmeinnicht an allen möglichen und unmöglichen Stellen aus. Ebenso breiten sich Traubenhyazinthen und Blausterne an den merkwürdigsten Stellen aus. Deshalb grabe ich die Pflänzchen an den Stellen aus, wo ich sie nicht unbedingt haben möchte, und bepflanze kleine Töpfchen damit. Diese kann ich dann, wenn die Pflänzchen blühen, dorthin arrangieren, wo ich sie haben möchte.

  • Stecklingsvermehrung durch Steckhölzer. Ich liebe es ja, Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen, und deshalb vermehre ich Pflanzen auch wahnsinnig gerne. Im Januar kann man sehr gut Gehölze aus Stecklingen vermehren. Dieses Jahr möchte ich mir durch einen Winterschneeball durch ein Steckholz ziehen. Das geht so:
  • Von einem Baum oder Strauch ein ca. 30 cm langes Stück Zweig abschneiden. Der Zweig sollte ungefähr die Dicke eines Bleistifts haben, und wenn sich keine Blütenknospen am Ende befinden, noch besser.
  • Schneide einmal direkt unterhalb eines Triebansatzes den Zweig mit einem geraden Schnitt durch (das ist dann die Unterseite, die in die Erde gesteckt wird), und ca. 20 cm oberhalb kürzt du den Zweig ebenfalls ein – am besten mit einem schrägen Schnitt oberhalb eines Triebansatzes. Das hat zwei Vorteile: so weißt du, welche Seite des Zweiges oben ist, und zum anderen kann Regenwasser besser ablaufen.
  • In einen mind. 30 cm breiten und vor allem auch tiefen Topf (mind. 50 cm), gefüllt mit torffreier Blumenerde, steckst du nun dein Steckholz hinein, und zwar so tief wie möglich. Es ist völlig okay, wenn nur noch 1-3 Triebspitzen herausschauen.
  • Topf gut wässern und an einen geschützten Ort im Garten oder auf der Terasse aufstellen.
  • Und nun heißt es warten! Wenn alles gut läuft, hat das Steckholz über den Sommer gewurzelt und ist im Herbst (oder nächsten Frühjahr) zum Umsetzen bereit.

  • Beobachten, was im Garten wächst oder sogar blüht. Ich mache fast jeden Tage einen kleinen Gartenrundgang, um zu sehen, wie sich alles entwickelt – insbesondere die Frühlingsblüher aus Zwiebeln, wie Schneeglöckchen, Krokusse, Tulpen, Hyazinthen, Narzissen etc. Da wir ziemlich warmes Wetter haben (so um die 10 Grad), stecken schon ganz viele dieser Blümchen ihr spitzes Näschen aus der Erde. Ich knie mich wirklich hin, um jede Schneeglöckchenknospe von nahem zu begutachten! Das macht mir so viel Spaß, dass es mir egal ist, ob es kauzig erscheint. Außerdem blühen die Christrosen, auch wenn sie etwas angefressen aussehen…Ich finde es immer faszinierend, dass selbst jetzt, wo alles ein wenig trist und leblos aussieht, unter der Erde ein irres Wachstum stattfindet!

  • Gemüse ernten bzw. pflegen. Den Feldsalat, Grünkohl und meine Mini-Karotten kann ich momentan ernten, beim Lauch warte ich noch ab. Da bei dem warmen Wetter auch das Unkraut keimt bzw. wächst, jäte ich ab und zu mal, bevor die Unkräuter größer werden. Ist zwischendurch mal doch länger / strengerer Frost angesagt (so wie letzten Dezember), werfe ich ein Gartenvlies über meine Gemüsepflänzchen.
  • Kresse auf der Fensterbank ziehen. Das geht auch, wenn es Frost und Schnee gibt. Dazu einfach ein feuchtes Küchentuch in eine kleine Schale legen, Samen daraufstreuen. Abdecken und warten, bis sich die Pflänzchen mit ihren Blättern zeigen. Dann den Deckel abnehmen und 4-5 Tage weiterwachsen lassen. Wichtig: nie austrocknen lassen.

Durch das Gartenjahr mit der Apfelblütengärtnerin

Durch das Gartenjahr mit der Apfelblütengärtnerin

Vielen Dank an euch alle, die ihr mir die Treue haltet, meine Beiträge lest und Likes verteilt. Über Feedback freue ich mich natürlich auch immer sehr: habt ihr also z.B. ein Rezept nachgebacken, gebt kurz bei den Kommentaren Bescheid, wie es geklappt hat.

Nach unserem wilden 2022 werdet ihr mich nächstes Jahr ein bisschen mehr durch mein Gartenjahr begleiten. Alle 2-3 Wochen möchte ich berichten, was ich im Garten gewerkelt habe – was ich wann säe, was ich (um-)setze, welche Pflanzen ich aus Stecklingen ziehe, wie sich die Pflanzen entwickeln, welche Samen ich sammle etc.

Aber auch weiterhin teile ich mit euch, welche Kekse und Kuchen ich gebacken habe oder welche Deko-Idee ich gerade umgesetzt habe. Ich freue mich schon riesig darauf, mein nächstes Jahr mit euch zu teilen!

Wenn ihr Wünsche zu bestimmten Themen habt, dann nutzt die Kontakt-Seite und schreibt mir eine Mail.

Liebe Grüße, eure Apfelblütengärtnerin

Wildblumenstrauß der Woche

Wildblumenstrauß der Woche

Eigentlich hatte ich gar nicht auf dem Schirm, diese Woche einen Strauß zu pflücken – aber der Zufall führte mich an einer zauberhaften Wiese vorbei, wo ich von den fliederfarbenen Glockenblumen und Ackerwicken in den Bann gezogen wurde. Dann noch ein paar weiße Schafgarben und Lichtnelken dazu, und als Halt und Fülle ein paar Zweige Wiesenlabkraut. Einige Zweige Gräser für die Luftigkeit – fertig war der Strauß, der mich aufgrund der Fliederfarben, die ins Blau gehen, irgendwie an einen Sommertag am Meer erinnert.

Lunaria Annua – der einjährige Mond oder das einjährige Silberblatt

Lunaria Annua – der einjährige Mond oder das einjährige Silberblatt

Der deutsche Name für Lunaria annua ist Silberblatt – den Mond im lateinischen Namen finde ich aber viel romantischer.

Lunaria Annua ist eine zweijährige Blume, d.h. sie wird im Frühsommer ausgesät und blüht im Frühjahr des nächsten Jahres. Sie ist ziemlich anspruchslos: sie verträgt neben Vollsonne auch leichten Schatten, und sie gedeiht auch gut in nährstoffarmer Erde.

Blüte im April

Es gibt sie in zwei Farben: in lila (wie hier bei mir), oder in weiß. Die Blüten sind schon ganz schön, vor allem die lila Blüten, insbesondere wenn man sie mit rosa und orangefarbenen Tulpen kombiniert.

Die Samenstände im Spätfrühling

Seinen Namen hat die Pflanze aber von seinen Samenständen, die ausgereift wie kleine Monde aussehen. Es sind runde, dünne Scheiben, die zuerst grün-lila sind, und im Herbst trocknen. Sie sehen dann aus wie Pergamentpapier, in dem sich die Samen befinden. Besonders im Gegenlicht der Sonne sehen sie dann wirklich wie kleine Monde aus.

Die Samenstände, die wie kleine Monde aussehen

Man kann diese Samenstände auch gut trocknen und für Sträuße verwenden.

Patagonisches Eisenkraut

Patagonisches Eisenkraut

Es hat lange gedauert, bis das patagonische Eisenkraut in deutschen Gärten angekommen ist. Noch wird es meist in öffentlichen Gärten oder von Stadtgärtnereien in Staudenbeeten verwendet, aber es findet immer häufiger Einzug auch in unsere Privatgärten. Das erste Mal ist mir diese Blume auch in England ins Auge gestochen, denn dort wird sie schon seit Jahren als luftiger Staudenbegleiter verwendet. Durch den schlanken, hohen Wuchs kann es prima zwischen niedrigeren, kompakten Stauden wachsen, so dass die Blüten gleichsam über den anderen Blumen schweben.

Hier sieht man, wie das Eisenkraut über den anderen Blumen schwebt

Das patagonische Eisenkraut ist im milden Klima eine Staude, d.h. es bleibt im Beet und kommt jedes Jahr wieder. Man kann es durch Aussaat im Frühjahr gewinnen, oder einfach ein paar Jungpflanzen im Gartencenter kaufen. Am schönsten ist es, wenn man es etwas weiter hinten im Blumenbeet pflanzt, zwischen niedriger blühenden Sorten. Dadurch ergibt sich eine schöne Höhenstruktur im Beet: quasi 2 Stockwerke – im ersten Stock die niedrigeren Blumen, im zweiten Stockwerk das patagonische Eisenkraut. Da es so schön schlank wächst, findet man auch in einem vollen Blumenbeet noch ein Plätzchen dafür.

Auf den Fotos seht ihr mögliche Farb-/Blumenkombinationen. Das zarte Violett passt zu so ziemlich allen Farben – es macht sich gut als Komplementärfarbe zu gelb/orange, aber auch die Kombination mit rosa/rot/weiß ist sehr empfehlenswert. Dazu kommt, dass es ab Juli unermüdlich bis in den Herbst hinein blüht.

Schmetterlinge lieben das patagonische Eisenkraut ebenfalls.

So gelingt die Tomatenzucht garantiert – Tipps und Tricks

So gelingt die Tomatenzucht garantiert – Tipps und Tricks

Eigentlich wollte ich gar keinen Beitrag über Tomaten schreiben, aber gerade letztes Jahr haben mich unzählige Berichte über das Scheitern der Tomatenzucht und viele Fragen diesbezüglich erreicht. Da meine Tomaten letztes Jahr ziemlich gut getragen haben (trotz viel Regen, spätes Frühjahr), gebe ich einfach mal meine Tipps und Erfahrungen weiter.

  1. Tomaten nicht zu früh säen

Wenn ihr eure Tomaten selbst aus Samen zieht, dann fangt bitte nicht zu früh an! Im Internet überbieten sich ab Januar die Leute damit, wer seine Tomaten am frühesten ausgesät hat. Wenn ihr kein Gewächshaus habt, dann sät eure Tomaten bitte erst Anfang März aus! Auf dem Fensterbrett sind die Bedingungen nämlich nicht so ideal, und die Pflänzchen bekommen nicht genug Licht. Dadurch wachsen sie nicht so kräftig, sondern bekommen nur lange Stängel. Damit eure Tomaten später aber auch mal Regengüsse aushalten, ohne gleich Braunfäule zu bekommen, müssen sie gesund und stark sein.

2. Tomaten immer möglichst tief einpflanzen

Wenn eure Tomaten von der Fensterbank zu groß für ihre Saatschalen geworden sind, oder generell umgesetzt werden müssen, dann setzt sie so tief wie möglich. Bei den kleinen langen Pflänzchen aus Samen setzt ihr die Pflänzchen so tief, dass gerade die Keimblätter aus der Erde schauen. Dann ist der lange Stiel unter der Erde, und hieraus kann die Tomate neue Wurzeln bilden. Ein gesundes Wurzelsystem ist extrem wichtig für die Pflänzchen. Dieser Trick funktioniert übrigens bei allen Pflanzen. Ihr werdet sehen, eure Tomaten werden kräftig und buschiger.

3. Kenne deine Tomatensorte

Es gibt unterschiedliche Tomatensorten: im Wesentlichen Tomaten, die wie ein Busch wachsen (das sind viele Sorten für Kübel), und die Stabtomaten. Bei den Stabtomaten ist es sehr wichtig, die kleinen Seitentriebe, die aus den Blattachseln wachsen, regelmäßig herauszubrechen (kennt ihr auch als ausgeizen). Damit geht die Kraft der Tomate nicht in den Aufbau neuer Blätter, sondern in die Früchte. Bei Buschtomaten muss man dies nicht tun; aber hier muss man aufpassen, dass man sie extrem gut stützt. Hinweise auf die Wuchsform findet ihr in der Regel auf eurem Samentütchen.

Stabtomate ‚Schwarze Königin‘

4. Gib deinen Tomaten Luft und Raum

Bitte setze deine Tomaten nicht zu eng! Die Tomaten brauchen Luft, denn sonst bietest du ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten, die sich besser ausbreiten können, weil die Pflanzen nach Regen nicht so gut abtrocknen können. Eine dieser Pilzkrankheiten ist die gefürchtete Braunfäule. Wenn die Braunfäule noch nicht alle Pflanzenteile befallen hat, schneide die befallenen Zweige großzügig ab. Alternativ kannst du auch einen gesunden Zweig abschneiden und als Ableger neu eintopfen – er wird schnell wurzeln, und wenn es noch früh im Sommer ist, hast du vielleicht noch die Chance, hiervon Tomaten ernten zu können! Weil Tomaten gerne trockene Blätter haben, rät man auch, die Tomaten zu überdachen. Ich habe tatsächlich nicht nur Tomaten im Beet, sondern auch immer welche in Kübeln auf unserer überdachten Terrasse, damit ich auf alle Fälle eine Ernte habe. Trotzdem muss ich sagen, dass ich auch im Beet sehr selten Braunfäule habe.

5. Gieße deine Tomaten regelmäßig und dünge sie

Tomaten sind Starkzehrer, brauchen also regelmäßig Nahrung; besonders wenn sie in Kübeln stehen. Dafür gibt es spezielle Tomatendünger. Tomaten mögen es auch, mit den eigenen Blättern gedüngt zu werden: wenn du kleine Triebe ausgeizt, kannst du sie einfach als Dünger unter der Pflanze liegen lassen. Sie benötigen auch Wasser, mögen aber keine nassen Füsse. Die Kübel sollten also immer Abzugslöcher für das Wasser haben, sonst faulen die Wurzeln. Im Beet hat es sich bewährt, neben den Tomaten einen Tontopf einzugraben, und dort hineinzugießen: dann geht das Wasser direkt zu den Wurzeln und breitet sich nicht fröhlich dort aus, wo keine Tomatenwurzeln sind.

Bitte nie über die Blätter gießen, das begünstigt ein feuchtes Mikroklima und die gefürchtete Braunfäule.

Sogno d’Italia

Sogno d’Italia

In den kalten und trüben Wintermonaten träumt man sich ja ganz gern mal in die Sonne, insbesondere nach Italien. Zumindest optisch machen wir heute einen kleinen Ausflug nach bella Italia, in einen Garten im schönen Valpolicella. Dort war ich zu Beginn des Herbstes und war beeindruckt von den Elementen, die typisch für den formalen italienischen Gartenstil aus dem 18. Jahrhundert sind.

Element 1: Geometrische Formen

Kreise und Quadrate – am besten ineinander verschachtelt, ist ein grundsätzliches Gestaltungselement des formalen Gartenstils. In den inneren Kreisen befindet sich oft Wasser, um der Geometrie etwas die Strenge zu nehmen.

In kleineren Gärten lässt sich dieses Gestaltungselement in einem Beet verwirklichen, z.B. mit einem kleinen runden Blumenbeet innerhalb einer quadratischen Rasenfläche. In direktem Zusammenhang mit dem geometrischen Gestaltungselemt steht das nächste:

Element 2: Niedrig geschnittene Formhecken

Wie man auf den Bilder ganz oben sieht, können diese Formhecken als Beetbegrenzung dienen, oder, wie auf den Fotos direkt oberhalb, als eigenständige Formen den Garten gestalten. Links sieht man ein Amphitheater aus Hecken, rechts runde Formen, durch die man hindurchschlendern kann.

Element 3: Sichtachsen/Alleen

Die Bilder unten zeigen große Alleen als Sichtachsen. Das schafft Weite, und kann auch in einem kleinen Garten erreicht werden. Am Ende sollte dann eine Bank, eine Statue oder einfach ein größerer, interessant bepflanzter Kübel stehen.

Die Bilder unten zeigen, wie solche Sichtachsen auch ohne große Bäume geschaffen werden können. Hierbei spielen die kleinen Formschnitthecken eine Rolle. Wer sich nicht mehr an Buchs traut – es gibt andere Alternativen, die genauso gut funktionieren (z.B. Eibe).

Element 4: Statuen

Kein formaler italienischer Garten ohne Statuen! Sie stehen oft am Ende von Wegen, und geben dem ganzen ein antikes Flair. Dieses Gestaltungselement lässt sich natürlich ziemlich leicht auch im kleinen Garten umsetzen.

Wie ihr seht, stehen Farbe und Blumen hier nicht im Vordergrund. Es geht um die Zähmung des Grüns. Wenn aber Blumen, dann bitte kräftige Farben wie dieser Salbei. Man sieht in hier zwar vor einer Mauer, aber kräftige Farben wie z.B. Pink heben sich super vom Grün ab.

Informationen zum Garten:

Giardino Pojega (bei der Villa Rizzardi) in Negrar. In der Villa gibt es eine Vinothek, wo man nach dem Gartenbesuch noch eine Weinprobe machen kann.

Würziger Koriander

Würziger Koriander

Wir kochen sehr gerne asiatische Gerichte wie Currys. Dazu benötigen wir häufig auch frischen Koriander. Also kommt der Koriander neben den anderen Zutaten auf die Einkaufsliste, dann fährt man einkaufen, und bei den frischen Kräutern holt man sich seine Packung Koriander. Öffnet man die Packung zu Hause, stellt man fest, dass die Blätter, die nicht zu sehen waren, schon ziemlich gelb und vergammelt sind. Kennt ihr das auch? Ich finde das superärgerlich und deshalb versuche ich mich seit einigen Jahren im Korianderanbau. Ehrlich gesagt: das geht ziemlich easy.

Koriander sät man am besten im Frühjahr (ab ca. 12 Grad) aus, oder im Herbst. Er mag es gerne etwas kühler und vor allem schießt er nicht so schnell. Deshalb würde ich im Juni/Juli keinen Koriander säen.

Die Spätsommer-/Herbstaussaat ist fast am besten; er wächst gut und ist auch hart im Nehmen, was niedrige Temperaturen betrifft. Das Schöne ist, dass Koriander natürlich auch super im Kübel wächst. Wer also nur einen Balkon hat – auch kein Problem. Hier ist er im Winter sogar noch etwas geschützter als im freien Beet.

Falls man es doch nicht schafft, die grünen Blätter des Korianders zu ernten, bevor er schießt, macht das gar nichts. Der Koriander blüht dann eben, und entwickelt als Samen die Korianderkügelchen, die man trocknen kann und als Gewürz verwendet. Praktisch, was? Natürlich könnte man ein paar Samenkügelchen wieder aussäen, damit man wieder Nachschub hat….

Blühende Töpfe für den Frühling

Blühende Töpfe für den Frühling

Es ist jedes Mal wie ein kleines Wunder, wenn im Frühling die Blätter der Frühjahrs-Blumenzwiebeln erscheinen. Im Beet habe ich natürlich auch viele Blumenzwiebeln, trotzdem fülle ich im Herbst ein paar Töpfe auf Balkon und Terasse mit Tulpen und Konsorten, um die Blütenpracht noch mehr auszuweiten.

Heute zeige ich euch, wie ich zwei meiner Töpfe bestückt habe. Außerdem bekommt ihr Tipps, worauf ihr bei der Pflanzung achten solltet.

Bevor ihr die Töpfe mit Erde füllt, solltet ihr prüfen, ob eure Töpfe unten Abzugslöcher für Wasser haben. Das ist echt wichtig, denn gerade Tulpenzwiebeln sollten nicht in zu feuchter Erde liegen, sonst faulen sie. Über dieses Abzugsloch legt ihr einen Stein oder eine Topfscherbe, damit die Blumenerde nicht herausfällt.

Damit die Erde nicht zu feucht und schwer wird, mixe ich meine ganz normale torffreie Blumenerde mit ein bisschen Splitt – das speichert nicht soviel Wasser.

Den ersten Topf habe ich mit zwei ganz dunklen Tulpensorten bestückt: „Black Hero“ und „Black Parrot“. Insgesamt 10 Zwiebeln habe ich in den Topf gelegt, dann etwas Erde darauf, und obendrüber 5 Goldlack „Apricot Sunset“ gesetzt und mit Erde aufgefüllt. Dann noch gut angießen – fertig! Der Goldlack ist winterhart und hat jetzt noch ein bisschen Zeit, Wurzeln zu bilden. Je mehr Wurzeln er hat, umso leichter wird er mit Minusgraden fertig. Die Idee ist, dass sich im Frühjahr die Tulpen zwischen dem Goldlack hervorschieben und das Apricot einen Kontrast zu dem Dunkelviolett der Tulpen bildet.

Der zweite Topf soll eine „Sinfonie in Blau“ werden: Blaue Hyazinthen (3 Stück), lila Krokus (10 Stück) und blaue Vergißmeinnicht (3 Stück).

Wieder einen Topf mit Abzugsloch nehmen, mit einem Stein abdecken, torffreie Blumenerde mit Splitt mischen und in den Topf füllen. Wenn ihr noch ca. 15-20 cm bis zum oberen Rand habt, die Hyazinthenzwiebeln hineinlegen. Danach mit etwas Erde auffülen, dann darauf die Krokuszwiebeln legen.

Bei Blumenzwiebeln bitte immer das spitze Ende nach oben, da kommen die Blätter und Blüten heraus. Zwischen/auf die Krokusse die drei Vergißmeinnicht setzen, mit restlicher Erde auffüllen und wieder gut angießen. Auch das Vergißmeinnicht müsste als Zweijährige den Winter überstehen. Hierfür habe ich übrigens Pflanzen genommen, die sich selbst ausgesät hatten, ich an der Stelle im Garten (Gemüsebeet) aber nicht haben will.

Nun heißt es abwarten, und die Töpfe nicht zu viel gießen (nur dann, wenn der Goldlack oder die Vergißmeinnicht zu trocken sind).