Der Garten im November

Der Garten im November

Der Herbst ist eine Zeit, in der ich ziemlich viel gärtnere. Deshalb dachte ich, ich muss euch unbedingt mal wieder etwas teilhaben lassen an meinen Gartentätigkeiten. Das Leben ist eben wieder viel „bunter“ geworden nach Corona, und deshalb schaffe ich es im Moment nicht mehr so häufig mit den Beiträgen. Aber nun mal wieder ein Update!

Heute bin ich damit fertig geworden, fast alle Dahlien auszugraben und wegzuräumen. Obwohl ich in einem milden Klima gärtnere, gibt es ab und zu im Winter ein paar Ausreißer, wo die Temperaturen schon mal unter -10 Grad fallen können. Einmal habe ich eine Dahlie im Garten gelassen – und sie hat es nicht geschafft.

Was ist aus meiner Dahlienzucht geworden ? Sie läuft noch. Das war noch nicht so vielversprechend, denn von den 5 Dahlien haben nur 2 geblüht. Die anderen haben erst ganz spät Blüten angesetzt, und die schafften es nicht mehr, sich zu öffnen. Ich versuche jetzt, die Dahlien über den Winter zu bringen und hoffe, dass sie nächstes Jahr blühen. Die zwei, die geblüht haben, waren in Ordnung, aber auch nicht anders wie die anderen „Bishop’s Children“. Langer Atem ist also gefragt!

In ein paar der Töpfe, in denen ich Dahlien, Tomaten und Auberginen hatte, sind jetzt Wintergemüse (Kohl, Salate, Mangold, Mizuna, Kerbel). Ich habe Anfang November auch ein paar Möhren in die Töpfe gesät, und sie haben tatsächlich gekeimt. Da kann ich natürlich im Winter noch keine Möhren ernten (dazu wachsen sie zu langsam), aber im nächsten Frühling ernte ich hoffentlich ziemlich früh welche.

In die anderen 12 Töpfe habe ich Tulpen gesteckt. Zum Tulpenstecken ist November der ideale Zeitpunkt – ebenso kann man noch ein paar Knoblauchzehen stecken. Das finde ich das Schöne im Herbst – man bereitet sozusagen den Garten im Frühling vor. Das ist so zukunftsgewandt und hoffnungsfroh! Ich bin ja ein absoluter Tulpenfan, deshalb bin ich schon total gespannt, wie die Töpfe aussehen. Dieses Jahr habe ich nicht nur gemischte Zwiebeln in die Töpfe, sondern auch viele Töpfe nur mit einer Sorte bestückt. Das hat den Vorteil, dass hoffentlich alle in einem Topf gleichzeitig blühen, und für die Aufbewahrung ist es auch einfacher. Ich bewahre ja viele Tulpenzwiebeln im Keller auf.

Dann mache ich gerade auch gaaanz viel Laubkompost von meinen Blättern vom Apfelbaum. Im Frühling kommt dann der Laubkompost von letztem Jahr zum Einsatz. Deshalb mein Appell an alle Gärtner: schmeißt euer Laub nicht in den Müll!! Es ist eine wertvolle Ressource – entweder als Mulch oder Kompost. Wir sind so sehr auf wegschmeißen und neu kaufen gepolt – man muss sich wirklich immer wieder daran erinnern, dass die Natur im Gegensatz dazu mit einem Kreislaufsystem arbeitet.

Noch verarbeite ich ein bisschen was – nämlich meine getrockneten Kräuter. Die habe ich kleingeschnitzelt und in hübsche Gläser – für Tees und/oder zum Würzen. Außerdem kommen jetzt meine getrockneten Blumen zum Einsatz – viel frische Blumen gibt es nämlich gerade nicht mehr. Von Trockenblumen hätte ich nächstes Jahr gerne noch mehr – ich habe es nicht geschafft, eine einzige Strohblume zu ziehen! Dafür hatte ich zwei blaue Strandflieder, die allerdings etwas spät angefangen haben, zu blühen. Aber immerhin konnte ich ein paar Stängel ernten. Nun habe ich also immer noch Blumen aus dem Garten, die unsere Wohnung schmücken. Das finde ich einfach total cool.

Von meinen Äpfeln habe ich auch schon viele verarbeitet – dieses Jahr habe ich neben meiner berühmten Apfelmarmelade auch Apfelmus und getrocknete Apfelringe gemacht. Die Apfelringe sind auch sehr lecker – durch das Trocknen konzentriert sich der apfelige Geschmack. Die Ringe sind ideal für einen kleinen Snack zwischendurch (statt Schokolade!).

Der Garten bereitet mir also immer noch sehr viel Freude – ein Leben ohne dieses aktive gärtnern kann ich mir gar nicht mehr vorstellen! Übrigens klappt es immer noch, das ich (außer im Urlaub) jeden Tag etwas aus meinem Garten esse/trinke. Das finde ich auch sehr cool. Und ich möchte alle da draußen aufrufen, es auch mal mit ein bisschen gärtnern zu probieren; und die Schätze aus dem Garten auch zu würdigen. Wenn ihr Kräuter im Garten habt, trocknet sie doch auch mal. Ihr werdet sehen, dass sie viel aromatischer schmecken, als die getrockneten Kräuter aus dem Supermarkt. Ich vermute, dass die zum Teil schon uralt sind. Klar macht das alles ein bisschen Arbeit, aber haben wir heutzutage ehrlicherweise nicht viel mehr Zeit als die Leute vor 100 Jahren? Wir verbringen nur so viele Stunden unnütz vor irgendeinem Bildschirm. Gärtnern ist kreativ, und ein Großteil findet auch noch an der frischen Luft statt.

Nun wünsche ich euch einen schönen November, und hoffe, dass ihr auch Lust bekommen habt, noch ein paar Tulpenzwiebeln und/oder Konoblauchzehen in die Erde zu stecken.

Laubkompost herstellen

Laubkompost herstellen

Es ist Herbst, und eine typische Tätigkeit ist auf alle Fälle Laub rechen. Doch seit einigen Jahren freue ich mich richtig darauf: nicht nur, dass man draußen noch ein bisschen werkeln kann, nein, das Laub tut meinem Garten auch noch etwas Gutes. Denn aus dem Laub mache ich Laubkompost, den ich in ein oder zwei Jahren als Dünger auf meine Beete bringen kann.

Zuerst reche ich das Laub, am besten, wenn es noch etwas feucht ist (wenn Laub auf dem Rasen liegt, kann man auch mit dem Rasenmäher drüber gehen – dann wird das Laub praktischerweise schon kleingeschnitzelt).

Dann packe ich es dicht an dicht in alte Blumenerde-Säcke. Falls das Laub zu trocken ist, noch ein bisschen mit der Gießkanne anfeuchten.

Als nächstes schneide ich ein paar Löcher in den Sack, und dann verschließe ich ihn fest.

Nun kommt der Sack an einen trockenen Ort, wo man ihn ein bis zwei Jahr (e) vergessen kann. Danach sollte das Laub soweit verrottet sein damit man es als Kompostdünger verwenden kann.

Chrysanthemen – die unterschätzten Herbstblumen

Chrysanthemen – die unterschätzten Herbstblumen

Chrysanthemen haben keinen guten Ruf. Sie gelten als langweilig, als Blumen für den Friedhof. Die Tatsache, dass die ewig gleichen Chrysanthemensorten und -farben ab August in jeder Größe in jedem Bau- und Supermarkt angeboten werden, tut ihrem Image auch nicht gut; man ist ein wenig müde, immer die gleichen Chrysanthemen zu sehen.

Erschwerend kommt wohl auch noch dazu, dass Chrysanthemen nicht voll winterhart sind; schweren Frost vertragen sie nicht. Mir ist es gelungen, zwei Chrysanthemenpflänzchen, die ich letzten Herbst ins Beet gesetzt habe, durch den Winter zu bringen (der bei uns zugegebenermaßen extrem mild ist).

Nun fangen sie an zu blühen, und das ist echt schön, denn vieles andere ist ja Ende Oktober/Anfang November schon verblüht. Chrysanthemen sind aber sogenannte Kurztagespflanzen, d.h. sie fangen erst an zu blühen, wenn die Tage kürzer werden. Die Blumen“industrie“ verkürzt die Tage eben künstlich, deshalb kann sie die blühenden Chrysanthemen schon so früh auf den Markt bringen.

Es gibt aber – ähnlich wie bei Dahlien – auch bei Chrysanthemen viele tolle Sorten, die man in den üblichen Gartencentern bei uns gar nicht findet. Wenn ich sehe, wie die Pflanzen anfangen zu blühen, geht mir das Herz auf! Mal schauen, wie sich meine zwei Chrysanthemen diesen Winter schlagen. Falls sie wieder überleben, wage ich es vielleicht auch einmal mit ausgefallenen Sorten, z.B. ‚Orchid Helen‘ oder ‚Scherzo‘.

Einen herbstlichen Kranz winden

Einen herbstlichen Kranz winden

Wenn die Tage etwas kühler werden (naja, bei uns ja kaum), dann bekomme ich immer Lust auf Dekoprojekte. Ein Spaziergang durch Feld und Wald versorgt mich mit den schönsten Zutaten für so ein Projekt. Heute soll es ein Herbstkranz werden, und meine Tujahecke liefert das Grün dafür.

Auf dem Bild seht ihr, was ihr dafür braucht:

  • Strohkranz
  • Tujagrün, oder Tannengrün, oder… Hauptsache, es hält ein Weilchen, und ihr habt genug davon
  • Hagebutten
  • Hopfengrün
  • grüner Floristendraht

Vom Draht schneide ich kurze Stückchen ab, die ich zu kleinen Vs formen kann, mit denen befestige ich dann die Tujenzweige rund um den Strohkranz. Das ist dann sozusagen das Grundgerüst.

Wer es schlicht mag, kann den Kranz auch ganz grün lassen. Ich habe ihn noch mit Hagebutten und Hopfenblüten aufgepeppt. ….und dann ist er fertig zum Dekorieren.