Kräuter als Heilpflanzen

Kräuter als Heilpflanzen

Mittlerweile wachsen in meinem Garten etliche Kräuter, und viele davon trockne ich inzwischen, um auch im Winter vom Geschmack und der Wirkung der eigenen Kräutlein zu profitieren. Aber abgesehen davon, dass ich den Geschmack vieler Kräuter gerne mag, kann man Kräuter auch als Heilpflanzen verwenden. Die Heilung ist zwar oft nicht unmittelbar spürbar, aber die Heilkraft überzeugt doch auf Dauer. Wenn ich jeden Tag meinen Kräutertee mit den Kräutern aus dem Garten trinke, geht es mir tatsächlich besser. Und da ist es doch schön, wenn man weiß, in welche Richtung man das Wohlbefinden mit Hilfe der richtigen Kräuterauswahl steuern kann.

Das Erfreuliche und Erstaunliche ist, dass hierzu auch Pflanzen zählen können, die man eher als lästiges Unkraut denn als Heilkraut empfindet. In meinem Garten ist das definitiv der Löwenzahn. Ich baue keinen Löwenzahn an, aber er ist trotzdem zahlreich in meinem Garten vertreten. Seit ich aber weiß, dass ich mir mit getrockneten Löwenzahnblüten in meinem Tee Gutes tun kann, will ich gar nicht mehr allen Löwenzahn herausreißen. Es gibt ja auch die Theorie (u.a. Paungger/Poppe vertreten diese Ansicht in „Der lebendige Garten“), dass das Unkraut, das im Garten wächst, wegen uns dort wächst. Das heißt, wir benötigen es zum Lindern eines Leidens. Interessant, oder? Auf einmal stehe ich meinem Löwenzahn gar nicht mehr so feindselig gegenüber.

Doch kommen wir jetzt mal zur Sache. Welches Kraut ist denn wofür gut? Dafür habe ich eine Übersicht, in der ich allerdings nur die Kräuter aufgenommen habe, die in meinem (kleinen) Garten wachsen.

PflanzeWirkung
Löwenzahn
galletreibend, gut für die Verdauung, blutzuckersenkend, blutreinigend, zusammenziehend (für die Hautpflege)
Pfefferminze
schmerz- und krampflindernd, galletreibend, gegen Blähungen, gut für die Verdauung, schleimlösend bei Erkältungen
Salbei
schmerz- und krampflindernd, gegen Blähungen, gut für die Lunge,gegen Halsschmerzen, gut für die Milz/Bauchspeicheldrüse/Niere/Magen, antibiotische Wirkung, bei Hautproblemen
!Vorsicht vor übermäßiger Verwendung
Brennessel
blutbildverbessernd, blutreinigend, blutzuckersenkend, gegen Blasenleiden, bei zu starker Menstruation, gut bei Rheuma/Gicht, gut für die Verdauung, gut für Knochen/Gelenke, gut für Leber/Galle/Niere
Zitronenmelisse
antivirale und antibakterielle Wirkung, fiebersenkend, verdauungsfördernd, mildes Antidepressivum, gegen Hautreizungen
Rosmarin
hilft gegen „Kater“, stärkt das Gedächtnis, unterstützt Erholung von lang andauerndem Stress oder chronischen Krankheiten
! Vorsicht vor übermäßiger Verwendung (krampfauslösend)
Thymian
verdauungssfördernd, fördert Abbau fetter Speisen, antiseptisch, gegen Halsschmerzen
! Vorsicht vor übermäßiger Verwendung während der Schwangerschaft
Oregano
stark antiseptisch, gegen Atemwegsbeschwerden
!Vorsicht vor übermäßiger Verwendung während der Schwangerschaft
Erdbeerblätter
wirken astringierend, gut gegen Halsschmerzen
Apfelschalenschmerz- und krampflindernd (als Tee)

Frische Minze

Frische Minze

Minze ist so ein Kraut, das wirklich jeder im Garten haben sollte. Allerdings lieber im Topf, denn sie wuchern sonst den halben Garten zu!

Standort:

Minzen sind ziemlich anspruchslos, sie stehen lieber etwas schattig als zu sonnig. Sie mögen es nicht allzu trocken, halten das aber auch aus.

v.l.n.r.: Apfelminze, echte englische Pfefferminze, unbekannt, marokkanische Minze

Verwendung:

Minzen sind einfach vielseitig verwendbar: getrocknet oder frisch als Tee, Zutat für diverse Cocktails (Gin Tonic mit Minze schmeckt super-frisch), aber auch als Geschmackskick in vielen Gerichten…probiert mal Spaghetti Carbonara mit Erbsen und Minze oder Zucchini mit Minze, Chili und Zitrone!

Außerdem kann man Minzen, gerade wenn sie blühen, auch wunderschön in Blumensträußen verwenden.

Es gibt wahnsinnig viele Sorten, probiert euch einfach durch, und seht, welche Sorte euch am besten taugt.

Wie vermehre ich Minzen?

Minzen kann man ganz einfach als Stecklinge vermehren, meistens reicht es, einen Stängel in ein Glas Wasser zu stellen, und nach ein paar Wochen sprießen die Wurzeln.

Die zweite Möglichkeit ist, die Minzen zu teilen. Dafür ist jetzt ein guter Zeitpunkt, wenn der Boden nicht gefroren ist. Das Teilen verjüngt die Pflanzen auch und hält sie vital.